Fortschrittliche Förderung blinder Kinder

Was zeichnet uns aus?

Buch für blinde und sehbehinderte Kinder

Hier zu bestellen! Unsere schönen taktil illustrierten Bilderbücher und Leseanfängerbücher (nicht nur) für blinde und sehbehinderte Kinder sind verfügbar!

Als erste Organisation im deutschsprachigen Raum haben wir gefordert und teils durchgesetzt, dass blinde Kinder schon in den ersten fünf Lebensjahren auf besondere Weise mit KlicksonarBlindenstockgebrauch, Punktschriftübungen und der Keine-Grenzen-Haltung gefördert werden. Wir haben die ersten frei verfügbaren taktil illustrierten Bilderbücher und Erstleserbücher herausgebracht. Die ersten speziellen Kinder-Langstöcke gibt es von uns als Bauanleitung und demnächst als Serienprodukt. (Sie fragen sich: “Das gab es vorher nicht?” Nein!)

Anderes Sehen e.V., gegründet 2011 von Ellen Schweizer und Steffen Zimmermann, ist Initiator der Klicksonar-Technik im deutschsprachigen Raum. Auf unsere Initiative hin wurden mindestens 400 Menschen in der Technik unterrichtet. Frühförderer, Eltern, Mobilitätstrainer und Blinde von 1 bis 44 Jahren. In Österreich wurde Klicksonar inzwischen vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur auf breiter Basis eingeführt und alle blinden Österreicher sowie Pädagogen können davon profitieren. In der Schweiz, in Basel, veranstalten wir einen ersten Workshop im Mai 2014.

»Während sie einander beipflichteten, dass das nicht möglich sei, war es bereits getan« – Helen Keller

Wo wollen wir hin?

Wir wollen erreichen, dass blinde Menschen ein Leben ohne fremdbestimmte Grenzen führen können. D.h. sich selbstbewusst und gleichwertig in der sehenden Gesellschaft zu bewegen.

Was fordern wir?

Wir setzen uns ein für die Verbesserung bzw. Schaffung folgender Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben blinder Menschen:

und darüber hinaus

  • Die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen durch die Bundesrepublik. Das bedeutet Inklusion ohne Aufschub und Einschränkungen.
  • Die Beachtung des Grundgesetzes durch Ämter und Krankenkassen: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ (Artikel 3 Abs. 3 Satz 2).

Aber doch nicht bei uns!?

Blindenstöcke werden hier in der Regel erst an ca. sechsjährige Kinder gegeben; für jüngere Kinder gibt es nicht einmal geeignete Stöcke. Für visuelle Echoortung (Klicksonar) und die „Keine Grenzen-Philosophie“ gibt es in Deutschland zur Zeit nur die ca. 100 durch uns ausgebildeten Mobilitätstrainer und Frühförderer. Lebenspraktische Fertigkeiten und Langstocktraining sind viel zu spät und Echoortungstraining ist noch gar nicht im Lehrplan enthalten. Für blinde Kinder im Vorschulalter gibt es zur Zeit kein verfügbares modernes pädagogisches Lehrmaterial zum Erlernen des Lesens und Schreibens oder zum Verstehen der Welt (z.B. Sachbücher, vergleichbar mit den hunderten im Buchhandel für sehende Kinder).

Blinde Kinder haben durch all diese unnötigen, nur durch Unterlassung erzeugten Behinderungen, wenig Chancen mit sehenden Kindern Schritt zu halten und in die Gesellschaft nahtlos hineinzuwachsen (Inklusion!?). Wie soll Integration oder gar Inklusion blinder Menschen gelingen, wenn wir ihnen die Grundbildung und Entwicklung vorenthalten, die für Sehende selbstverständlich ist?

»Körperliche Behinderungen sind Teil unseres Lebens!« Ellen Schweizer

Zu allem Überfluss werden behinderte Menschen bzw. deren Eltern im alltäglichen (ohnehin deutlich erschwerten Leben) mit erheblich mehr Formularen, für Behinderte (oder deren Eltern) oft unzumutbaren Behördengängen, mehrfach gleichen Nachweisbeschaffungen, umständlichen Antragsverfahren und diskriminierendem Rechte-einklagen-müssen etc. belastet. Das Gegenteil ist unser Ziel: Formlose vereinfachte Verfahren für behinderte Menschen und Zugestehen aller Menschenrechte.

»Inklusion ist ein Menschenrecht und die moderne Form von Gleichheit.« Prof. Dr. Theresia Degener, Vorstandsmitglied im UN-Ausschuss

»Inklusion ist zuallererst eine Haltung.« Norbert Hocke, Hauptvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

»Blindheit sollte von Blinden wie auch Sehenden als nichts weiter als eine Unbequemlichkeit verstanden werden.« Daniel Kish

»Inklusion vergrößert bei allen Menschen das Repertoire an Verhaltensweisen und Kompetenzen, macht den Einzelnen, seine Gruppe, die ganze Gesellschaft über Schwierigkeiten hinweg stärker.« Beate Krol, Journalistin

»Inklusion ist für mich die Grundforderung, wenn wir über gesellschaftliche Teilhabe reden.«
Das müsse unbedingt schon in Kindergarten und Schule beginnen, sagt Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen


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